Pilgern in Japan: Auf den Spuren von japanischen Mönchen

Auf den Spuren japanischer Mönche unterwegs auf Jahrhunderte alten Pilgerwegen rund um die Insel Shikoku in Japan. Am Anfang war es auch für mich einfach nur eine Idee, schließlich habe ich mich auf den Weg gemacht, bin los und wurde reich beschenkt. Nach 1.200km habe ich einiges über Japan und vielleicht noch mehr über mich selbst gelernt. Gerne möchte ich auch dir diese Möglichkeit geben, diesen Weg zu gehen.
Vorbereitungs-Seminare für den japanischen Pilgerweg auf Shikoku 2018
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Einzigartiges Japan-Erlebnis

Japan, wie es nur wenige zu sehen bekommen: die einzigartige Natur der Insel Shikoku weit ab vom Trubel und Hektik der japanischen Großstädte.
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Auf den Spuren von japanischen Mönchen

Du folgst einem alten Pilgerweg und besuchst 88 buddhistische Tempel und lernst das Leben japanischer Mönche kennen, wie es nur weniger zu sehen bekommen.
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Eine aktive Auszeit auf dem Weg zu Dir

Stets bist du draußen in der Natur unterwegs und wirst geführt von einem Weg, der Dich ankommen lässt, auch bei dir selbst.

Präfekturen

Tempel

km

Tage

Auch Dein Weg?

Immer wenn ich hier in Deutschland von meinen Pilger-Erfahrungen in Japans berichtet habe, wurde mein Gegenüber neugierig und lies mich wissen: „Tom, sag mit bitte bescheid, wenn du mehr darüber erzählst. Ich will mehr darüber wissen!“ So ist schließlich auch die Idee zu dieser Webseite entstanden.

Zugleich gab es einige Fragen, was man tun müsste, um selbst diesen Weg zu gehen: „Wie soll ich das organisieren? Was muss ich vorbereiten? Was kostet mich das?“

Einige dieser Fragen will ich im folgenden für alle Interessierten beantworten und damit einen Eindruck geben, was es bedeutet, sich selbst auf den Weg zu machen.

Wenn du weitere Unterstützung bei der Vorbereitung zu deiner zukünftigen Pilgerwanderung in Japan haben willst, dann hole sie dir:

Wann ist die beste Jahreszeit?

Der Pilgerweg wird das ganze Jahr über von Pilgern beschritten, aber die beste Zeit  zum Wandern ist entweder:

  • Frühjahr: Mitte März bis Ende Mai
  • Herbst: Mitte Oktober bis Anfang Dezember
Kann ich den Weg alleine gehen?
Ja, egal als Mann oder Frau darf man sich in Japan auch als Alleinreisender sicher fühlen. Ich glaube, es gibt kein sichereres Land als Japan, insbesondere die Region Shikoku ist sehr gastfreundlich und man es gibt sogar die Sitte, Pilger mit kleinen Geschenken zu unterstützen.
Wieviel kostet mich das?

Je nachdem, wie und wo du übernachtest. Am günstigesten ist es, wenn man das Zelt mitnimmt, dann braucht für den Proviant und einer warmen Mahlzeit pro Tag ca 20 Euro.

Wenn man in Pilgerherbergen bzw. Pensionen schläft, dann kostet eine Übernachtung inkl. Abendessen und Frühstück ca 50 Euro (6.500 Yen). Meist bekommt man noch etwas kostenlosen Proviant für den Tag mit.

Kann ich wild zelten?
Es wird toleriert, draußen zu zelten, wenn man sich an die Regeln hält und Verbotsschildern beachtet. Diese kann man meist lesen, da sie auch Abbilden enthalten.
Wo starte ich den Weg?
Auch wenn es nicht so entscheident ist, wo man startet, da der Pilgerweg rund um die Insel geht, starten die meisten bei Tempel Nr. 1 in der Nähe von Tokushima. Dort kommt man gut mit der Bahn oder auch mit dem Bus, am besten direkt vom Flughafen Osaka (KIX) oder Osaka (Itami).
Ist der Weg sehr überlaufen?
Nein, es gibt Tage, da ich ist mir tatsächlich kein weiterer Pilger begegnet. Aber in der Regel trifft man unterwegs hier und da einige Artgenossen, wie auch bei den 88 Tempeln, wo man sich in der Regel 10-15 Minuten aufhält und einige Pilger sieht. Insgesamt kann der Weg deutlich mehr Pilger vertragen ohne überlaufen zu sein.
Kann ich auch ohne Japanisch auf den Weg gehen?
Ja, die wenigen Ausländer, die ich getroffen habe, konnte meist kein Japanisch und haben es trotzdem geschafft den Weg zu gehen und auch Unterkünfte zu buchen. Im Seminar erhälst du ein Skript, was die wichtigsten Floskeln enthält, damit du dich als Pilger in Japan kompetent durchfragen kannst.
Wie und wo kann ich mich verpflegen?
Der Weg ist so angelegt, dass man eigentlich jeden Tag irgendwo vorbei kommt, wo man etwas zu Essen und Trinken kaufen kann. Von daher muss man keinen großen Proviant tragen, sondern kann alles unterwegs kaufen und am besten auch gleich verzehren.
Was muss ich mitnehmen?
Das Gewicht des Rucksacks sollte idealerweise 8 Kilo nicht überschreiten bzw. 12 Kilo, wenn man auch Zelt und Schlafsack mitnimmt. Beschränke dich auf das Wesentliche: es reicht völlig nur einmal Wechselkleidung mitzunehmen, da man zwischendurch immer auch waschen kann. Wenn man achtsam packt und nur 6 Kilo Gepäck mitgenommen, dann freut man sich bei jedem Schritt umso mehr.
Wo kann ich Geld abheben?
Am besten hebt man Geld bei dem Mini-Supermarkt (Convini) Seven-Eleven ab, dort kann man einfach mit der EC-Karte Geld abheben. Sicher nicht jeden Tag, aber mindestens einmal pro Woche sollte man daran vorbei kommen. So reicht es, immer nur das Geld für eine Woche dabei zu haben.

Du hast noch offene Fragen? Stelle sie mir:

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Shikoku-Pilgerweg der 88 Orte 四国八十八箇所

Mönch Kūkai (774-835),
Begründer des Shikoku-Pilgerwegs

Die Insel Shikoku gilt seit der Frühzeit als Rückzugsort für asketische Bergmönche, die dort seit 800 n.Chr. auf verschiedenen Wegen zum asketischen Training unterwegs waren. In dieser Zeit hat auch Kūkai (774-835) gelebt, der in Shikoku als buddhistischer Mönch asketische Wanderungen unternommen hat und dem viele Wundertaten zugesprochen wurden. Mit ihm wurde der Shikoku-Pilgerweg bekannt, da ihm viele auf diesen Wegen nachfolgen wollten, um diese Gebets- und Wunderstätten zu besichtigen. Kūkai, der als Begründer des Shingon-Buddhismus und der zugehörigen Mikkyo-Praxis gilt, wurde posthum der Ehrentitel „Kōbō Daishi“ verliehen und ist in Japan überall bekannt. Sein Grab liegt auf dem Berg Koya, wo ihm viele Pilger abschließend die Ehre erweisen.

Lange war der Shikoku-Pilgerweg nur etwas für asketische Mönche oder solche, die es ihnen nachtun wollten. Aber seit Anfang der 1990er Jahre wurde der Pilgerweg förmlich wieder neu entdeckt, auch von Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen, die den Weg in Zeiten des Umbruchs gehen, um sich neu zu orientieren, was für sie im Leben wichtig ist. Die meisten „Pilger“ sind heutzutage mit dem Auto oder Bus unterwegs, nur ein Bruchteil zu Fuß auf den alten und neuen Pilgerwegen. Daher ist man zu Fuß meist alleine unterwegs, ebenso wie es Kûkai vor über 1000 Jahren war, auf dessen Spuren man geht.

Der Pilgerweg 遍路道

Der rund 1.200 km lange Pilgerweg (henro-michi 遍路道) verläuft durch Wald und freie Natur, ebenso wie etappenweise auf Fußgängerwegen parallel zu Straßen.

Auf der ganzen Strecke sind nur wenige Male an die 900 Höhenmeter zu überwinden, was mit normaler Kondition gut zu schaffen ist. Tagesetappen betragen in der Regel 20 – 30 Kilometer, so dass man für die komplette Rundstrecke ca. 50 Tage benötigt. Selbstverständlich kann man auch längere Pausen machen oder nur einzelne Teilstrecken gehen, je nachdem wieviel Zeit man hat. Ich berate dich gerne dazu.

Das detaillierte Höhenprofil findest du hier.

Die 88 Tempel

Tempel

Die 88 Tempel befinden sich in den 4 Präfekturen Shikokus und stellen 4 symbolische Übungsphasen auf dem spirituellen Weg dar:

  • Tempel 1-23 in Tokushima (Awa): Spirituelles Erwachen (発心 hosshin)
  • Tempel 24 – 39 in Kochi (Tosa): Asketische Übung (修行 shugyō)
  • Tempel 40-65 in Ehime (Iyo): Erleuchtung (菩提 bodai)
  • Tempel 66 – 88 in Kagawa (Sanuki): Nirvana (涅槃 nehan)

Der Besuch der 88 Tempel vollzieht sich stets nach dem gleichen Muster:

  1. Verbeugen vor dem Haupttor (san-mon: 山門)
  2. Eintritt in die Tempelanlage durch das Haupttor
  3. Reinigen der Hände und des Mundes am Waschbecken (mizu-ya: 水屋)
  4. Glockenschlag am Glockenturm (shô-rô: 鐘楼), sofern gestattet.
  5. Gebet vor dem Haupt-Tempelgebäude (hon-dô: 本堂)
  6. Gebet vor dem Daishi-Tempelgebäude (daishi-dô: 大師堂), in dem eine Statue von dem Mönch Kūkai aufgestellt ist.
  7. Gang zum Tempelbüro (nôkyôsho: 納経所) und Eintragung in das Tempelbuch (nôkyôchô:納経帳)

Unterkünfte 宿

Minshuku 民宿

Die beliebteste Art zu übernachten sind die japanischen Minshukus, die man mit privat geführen Pensionen mit einem Gemeinschaftsbad vergleichen könnte. Der Ablauf ist stets: Zwischen 16-17 Uhr sollte man eintreffen, dann gehts ins Bad, um 18 Uhr gibt es Abendessen, und am nächsten Morgen ist um meist um 7 Uhr Frühstück. Pro Kopf ca. 6.500 Yen.

Ryokan 旅館

Traditionelle typisch japanische Herberge mit meist etwas höherem Standard als im Minshuku. Typisch japanische Zimmer und ebenso ein gemeinsames Bad. Kosten: meist ab 8.000 Yen pro Übernachtung mit Abendessen und Frühstück.

Shukubô 宿坊

Einige Tempel haben auch angeschlossene Unterkünfte, die meist für Pilgerbusgruppen ausgelegt sind, aber auch von Einzelreisende genutzt werden können. Es besteht meist die Gelgenheit, auch an den Gebeten im Tempeln morgens und abends teilzunehmen. Ebenso mit Gemeinschaftsbad und Verpflegung zum Abendessen und Frühstück. Kosten: 7.000 Yen.

Zenkonyado 善根宿

Es gibt sie zwar nicht überall, aber es lohnt sich danach Ausschau zu halten: günstige oder gar kostenlose Unterkünfte in extra für Pilger hergerichteten Häusern, die als Gemeinschaftsunterkunft dienen.

Japanisch für Pilger

遍路 Henro

Pilger werden in Japan „henro“ genannt, das in der Anrede höflich als „O-Henro-San“ ausgesprochen wird. Wenn man sagen möchte, dass man ein Pilger ist, dann sagt man: „Aruki-Henro desu“, was bedeutet, dass man als Pilger zu Fuß unterwegs ist, um sich von den anderen Pilgern in den Autos oder Bussen zu unterscheiden.

お接待 O-Settai

In Shikoku werden seit jeher Pilger als Gäste behandelt und es kommt auch heute noch vor, dass man etwas geschenkt bekommt. Diese Geschenke an Pilger nennt man O-Settai. Es kann Obst, Süßigkeiten, ein Tee oder ein Talisman sein. Für diese freundliche Geste sollte man sich höflich bedanken mit: „O-Settai Arigato Gozaimasu“

納経帳 Nôkyôchô 

Das Tempel- und Stempelbuch. Die meisten Pilger haben ein Buch dabei, mit dem sie nach den Gebetsritualen zum Tempelbüro (Nôkyôsho: 納経所) gehen, und sich dort einen Eintrag machen lassen. Der Eintrag umfasst meist mehrere „Stempel“ und immer eine handschriftliche Zeichnungen, die meist aber nicht zu entziffern sind 🙂

納め札 Osame-fuda

Das Namenszettel: Früher war es für Pilger Brauch, bei dem Besuch eines Tempels eine Holzplättchen an das Tempel-Tor zu nageln. Von daher sind die Pilger-Tempel auch als Ort der Namens-Schilder (jap. 札所 fudasho) bekannt. Heute gibt es Namenszettel aus Papier, die man beschriftet und in eine Box am Haupttempel wirft. Auch unter den Pilgern tauscht man diese gern aus.

Die wichtigsten Pilgerutensilien

  • Der Pilgerstab: Kongô-zue 金剛杖: Ganz wichtig, auf ihm steht geschrieben: 同行二人 (Dôgyô-Ninin) was besagt, dass derselbe Weg von zwei Menschen gegangen wird. Damit ist gemeint, dass man als Pilger nicht alleine unterwegs ist, sondern stets von dem Mönch Kûkai begleitet wird, der diesen Weg begründet hat. Der Pilgerstab ist zudem sehr praktisch, insbesondere beim Auf- und Abstieg, danken es einem die Knie, wenn man sein Körpergewicht darauf etwas abstützt.
  • Der Strohhut: Suge-Gasa 菅笠: Der Strohhut ist ebenso praktisch bei Regen und Sonne, und man wird damit schon von weitem eindeutig als Pilger erkannt. Wenn du aber dein Rucksack soweit nach oben ragt, kann er etwas störend sein, so habe ich aus genau diesem Grund darauf verzichtet. Schick ist er alle mal.
  • Die weiße Weste: Hakui 白衣: Die Farbe Weiß steht in Japan für Reinheit und Unschuld und wurde auch für das Totengewand verwendet. Pilger tragen in Japan traditionell Weiß um zu zeigen, dass sie rein genung für ihre spirituelle Begegnung und auch bereit sind, zu sterben und daher im hier und jetzt zu leben. Man kauft sich einfach bei Tempel 1 diese ganzen Utensilien, dort ist man – man wir es kaum glauben – darauf vorbereitet.

Wegweiser 看板

Hinweisschilder am Wegesrand

Von Tempel 1 bis zum Tempel 88 wurde ich nie alleine gelassen. Immer haben mich die bunten Schilder begleitet und mir den Weg bereitet. Man kann also getrost auf GPS-Tracks und GoogleMaps verzichten, wenn man sich an den kleinen roten Zeichen am Wegesrand orientiert. Auch wenn man kein Japanisch kann, findet man also sicher den Weg. Als Symbol findet man häufig dieses rote Pilgermännchen, das mich auch zum Logo dieser Webseite animiert hat, denn stets war er mit ein guter Wegbegleiter.

Ergänzend gibt es noch ein (auch englisches) Streckenbuch mit Karten und Streckeninfos, das ganz praktisch ist, wenn man z.B. den nächsten Supermarkt sucht. Das kauft man sich einfach bei Tempel Nr. 1 oder erhält es kostenlos bei mir im Seminar.

Folgende Schriftzüge findet man auf den Hinweis-Schildern:

  • 同行二人 (Dôgyô-Ninin): „Ähnlicher Weg, zwei Menschen“. Eine Anspielung daran, dass jeder Pilger von dem Mönch Kukai begleitet wird.
  • 遍路 (henro): Pilger
  • へんろ道, 遍路道 (henro-michi): Pilgerweg
  • oder einfach rote Pfeile, das genügt meist völlig!

Essen 食べ物

Rastplätze 休憩所

Zelten 野宿

Zelten in Japan? Ist das überhaupt erlaubt? 

Mich hat es gereizt, soweit zu gehen, wie mich die Füße tragen, und nicht im Voraus planen zu müssen, wo ich eine Unterkunft finden kann. Also habe ich Zelt und Schlafsack eingepackt und meist draußen übernachtet.

Als Pilger der draußen übernachtet, ist man nicht ganz alleine. Ich würde schätzen, dass ca. 20 Prozent aller Pilger, die zu Fuß unterwegs sind, sich ebenso auf dieses naturverbunde Abenteuer einlassen. Natürlich ist das auch die günstigere Variante und wird vorallem von jüngeren Leuten bevorzugt.

In Shikoku ist Campen (野宿, Nojuku) entlang des Pilgerweges geduldet, sofern man sich an die Regeln hält und eindeutige Verbotsschilder beachtet.

Gezeltet habe ich in Schutzhütten, neben Parkplätzen, in der freien Natur ebenso wie in der Nähe von Tempeln und Shintō-Schreinen. Ich hatte nie Probleme gehabt und habe mich ich in Japan immer sehr sicher gefühlt.

Mein Pilger-Tagesablauf:

  • 6 Uhr: Es wird hell, Aufstehen & Zusammenpacken
  • 7 Uhr: Ich bin am Pilgern, unterwegs irgendwo Rast und Frühstücken.
  • 12-14 Uhr: Ein warmens Mittagessen, wo sich ein günstiges Restaurant findet. Meist kaufe ich auch schon etwas fürs Abendessen.
  • 16 Uhr: Die Suche nach einem Schlafplatz beginnt allmählich
  • 17 Uhr: Der Schlafplatz wird eingerichtet, eine Kleinigkeit gegessen
  • 18 Uhr: Das Zelt steht und es wird langsam dunkel, ziehe mich im Zelt zurück und lese noch etwas
  • 20 Uhr: So langsam werde ich müde, und schlafe bald ein.

Einmal  in der Woche habe ich mir eine Unterkunft gegönnt, denn das hat definitiv auch seine Vorteile: Kleidung waschen, ins japanisches Bad eintauchen und auch das leckere Essen und den abendlichen Austausch habe ich sehr genossen. Diese Kombination war für mich genau richtig.

Begegnungen 出合い

Natürlich habe ich den Bonus, Japanisch zu sprechen genutzt und bin in den Austausch mit anderen Pilgern gegangen. Wo trifft man sich?

Am meisten trifft man andere Pilger bei den 88 Tempeln, wo jeder in der Regel eine kurze Pause macht. Häufig tauscht man nur einen kurzen Gruß aus, aber manchmal entwickelten sich auch Gespräche und ebenso Sympathien, die dazu führen, dass man zusammen weiter geht. Meist geht man selten länger als einen halben Tag gemeinsam, da man doch unterschiedliches Tempo hat und keinem zur Last fallen will.

Immer wieder schön ist es, wenn man bekannte Gesichter nach hunderten von Kilometern wieder trifft. Es ist schon erstaunlich, wie sehr das gemeinsam Pilgern verbindet, schließlich ist man denselben Weg gegangen, hat ähnliche Erfahrungen gemacht, über die man sich dann gerne austauscht.

Ich erinnere mich noch gut:

  • an einen 82jährigen Pilger, der den Weg schon zum 8mal gegangen ist
  • an einen 24jährigen Mönch, der in seinem früheren Leben in Osaka auf die schiefe Bahn gekommen ist, und dann ins Kloster ging.
  • ein 50jährige Architekt aus Tokyo, der von den Belastungen am Arbeitsplatz die Schnautze voll hat, und einfach seinem Job gekündigt hat, was in Japan doch eher selten ist.
  • eine 60jähriger „Berufs-Pilger“, der die Insel schon zum x-ten mal umrundet ist, und dessen Lebensinhalt es ist, solange weiter zu pilgern, bis er stirbt. Nach schwerer Diagnose sei das seine beste Lebensversicherung, sagt er.
  • ein 70jähriges Ehepaar, die sich zu ihrer goldenen Hochzeit aufgemacht haben und stets mutig ohne große Ausrüstung draußen schlafen, ohne Zelt!

Diese und viele mehr werde ich so schnell nicht vergessen, ihr habt mir gezeigt, wie vielfältig die Welt doch ist!

Sprüche am Wegesrand

Ich kann nicht Kûkai werden,

auch Kûkai kann nicht ich werden.

Ich bin ich,

und suche meinen Weg.

Es gibt Berge,

es gibt Täler,

der Pilgerweg.

Der Pilgerweg,

der das Herz reinigt,

der das Herz poliert.

Im Menschenleben

gibt es Tipps

auf dem Weg.

Zusammen mit Daishi,

der Pilgerweg.

Ein Schritt

macht Unmögliches

möglich.

Ich konnte dich hier treffen,

Danke.

Im Leben

gibt es keinen

Versteck.

Ein Mensch mit Herz

ist ganz gewiss

ausgestattet mit der Buddhanatur.

Der Körper

ist das Kapital

des Pilgerns.

Wenn man sich bemüht,

kann man sich zum Dank,

selbst stützen.

Ein Herz,

das nicht schwankt,

kann sich entscheiden,

das ist die Lehre Daishis.

Weil es Wege gibt, gehen wir sie.

Wenn es keine Wege gibt, schaffen wir uns welche, um sie zu gehen.

Inmitten eines Regenbogens,

gehen Pilger in einer Reihe.

Glücklich angekommen

Glücklich bei Tempel 88 angekommen, wurde ich zum Botschafter des Shikoku 88 Tempel Pilgerweges „ernannt“. Diesem Auftrag versuche ich mit dieser Webseite  gerecht zu werden.

Ich freue mich über jeden, den ich mit dem Japanpilger-Virus anstecken konnte, und sich schon bald selbst auf den Weg macht, diese einzigartige Erfahrung zu machen. Ich helfe Euch gerne dabei.

Meldet Euch!

Euer,

Tom

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